Das Paaren
Kapitel - Yamaka
Vom Geist geführt die Dinge
sind,
Vom Geist beherrscht, vom Geist
gezeugt.
Wenn man verderbten Geistes
spricht,
Verderbten Geistes Werke
wirkt,
Dann folget einem Leiden
nach,
Gleichwie das Rad des Zugtiers Fuß.
Vom Geist geführt die Dinge
sind,
Vom Geist beherrscht, vom Geist
gezeugt.
Wenn man da lautern Geistes
spricht,
Und lautern Geistes Werke
wirkt,
Dann folget einem Freude
nach,
Gleichwie der Schatten, der nie
weicht.
„Geschlagen hat er mich,
beschimpft,
Hat mich besiegt, hat mich
beraubt!“
Wer solchem Denken hin sich
gibt,
In dem kommt nie der Haß zur Ruh’.
„Geschlagen hat er
mich, beschimpft,
Hat mich besiegt, hat
mich beraubt!“
Wer solches Denken nicht
mehr hegt,
In dem kommt bald der Haß zur
Ruh’.
Durch Hass fürwahr kann nimmermehr
Zur
Ruhe bringen man den Haß;
Durch
Nichthaß´kommt der Haß zur Ruh’:
Dies ist
einewiges Gestz.
Die Anderen aber
seh’n nicht ein,
Daß man sich hierin
zügeln muß.
Doch, wer da rechte Einsicht
hat,
In dem kommt aller Streit zur Ruh’.
Wer da auf Schönheit sinnend lebt,
In
seinen Sinnen unbewacht,
Kein rechtes Maß
bei Mahle kennt,
Den Trägen ohne
Willenskraft,
Den wahrlich reißt der Mahr
mit sich
Gleichwie der Sturm den
schwachen Baum.
Wer da den Ekel
schauend weilt,
In seinen Sinnen wohl
bewacht,
Das rechte Maß beim Mahle
kennt,
Voll Zuversicht und
Willenskraft,
Den zwinget nimmermehr der
Mahr,
Wie Sturm den Felsberg nie
bezwingt.
Wer da noch voller Trübungen
Das
gelbgetrübte Kleid anlegt,
Von Wahrheit
und Bezähmung fern,
Verdient nicht das
gelbe Kleid.
Doch wer die
Trübung ausgespien,
Erstarkt ist in der
Sittlichkeit,
Mit Wahrheit, Zügelung
verseh’n,
Verdient für Wahr das gelbe
Kleid.
Wer’s Unechte für’s Echte hält,
Für
unecht ansieht, was ist echt,
Dem
falschen Denken zugetan,
Dem wird das
Echte nie zuteil.
Wer da, was echt,
als echt erkennt,
Als unecht das, was
unecht ist,
Dem rechten Denken
zugetan,
Dem wird das Echte bald zuteil.
Wie in ein schlecht gedecktes Haus
Der
Regen mächtig dringet ein,
Genauso
dringet ein die Gier
In den noch
ungepflegten Geist.
Wie in ein gut
gedecktes Haus
Der Regen nimmer dringet
ein,
Genauso dringet nie die
Gier
In einen wohlgepflegten Geist.
Es klaget hier und klaget drüben
auch,
Es klagt der Übeltäter
beiderorts.
Er klaget und er fühlet sich
bedrückt,
Wenn er die eigne schmutz’ge
Tat erkennt.
Es freut
sich hier und freut sich drüben auch.
Es
freut, wer Gutes tut, sich beiderorts.
Es
freuet sich und fühlt sich
hochbeglückt,
Wenn er die eigne laut’re
Tat bedenkt.
Er leidet hier und leidet drüben
auch,
Der Übeltäter leidet
beiderorts.
„Gar Übles tat ich!“: also
leidet er,
Doch mehr noch, wenn zur
Leidenswelt gelangt.
Es freut
sich hier und freut sich drübern
auch,
Wer Gutes tut, erfreut sich
beiderorts.
„Gar Gutes tat ich!“: also
freut er sich,
Doch mehr noch, wenn zur
sel’gen Welt gelangt.
Wenn noch so viele heil’ge Texte
vorträgt
Der träge Mann und handelt nicht
danach,
Gleicht er dem Hirten, der des
Anderen Kühe zählt
Und hat am Mönchstum
nicht den kleinsten Anteil.
Wenn einer noch so
wenig Texte vorträgt,
Doch lebt im
Einklang mit der reinen Lehre,
Hat Gier,
Haß und Verblendung überwunden,
Voll
rechter Einsicht, wohlerlöst im
Herzen,
Nicht haftend mehr am Diesseits
noch am Jenseits,
Der wahrlich hat am
wahren Mönchstum Anteil.