Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
117. Versagen und Bewährung I
Drei Arten des Versagens gibt es, ihr Mönche. Welche drei?
- Das Versagen (vipatti) in der Sittlichkeit,
- das Versagen in der Gesinnung (citta-vipatti),
- das Versagen in der Erkenntnis.
Was aber ist, ihr Mönche, das Versagen in der Sittlichkeit?
Da ist einer ein Mörder, ein Dieb, ein Ehebrecher, ein Lügner, ein Zuträger, ein Schimpfbold oder ein Schwätzer.
Das, ihr Mönche, gilt als Versagen in der Sittlichkeit.
Was aber ist das Versagen in der Gesinnung?
Da ist einer habsüchtig, von gehässiger Gesinnung.
Das, ihr Mönche, gilt als Versagen in der Gesinnung.
Was aber ist, ihr Mönche, das Versagen in der Erkenntnis?
Da besitzt einer die falsche Ansicht, die verkehrte Meinung: ‚Das Spenden, Almosen- und Opfergeben ist zwecklos. Es gibt keine Frucht, kein Ergebnis (nämlich in einer künftigen Existenz) der guten oder schlechten Handlungen. Diese Welt und die nächste Welt sind bloße Worte. Es gibt weder Vater noch Mutter noch geistgeborene Wesen. Es gibt in der Welt keine Asketen und Priester von rechtem, von vollkommenem Wandel, die diese und die nächste Welt aus eigener Erkenntnis und Erfahrung erklären können.‘
Das, ihr Mönche, gilt als Versagen in der Erkenntnis.
Wegen des Versagens in Sittlichkeit, in Gesinnung oder in Erkenntnis geschieht es, ihr Mönche, daß da die Wesen bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in niedere Welt gelangen, auf eine Leidensfährte, in die Daseinsabgründe, zur Hölle.
Diese drei Arten des Versagens gibt es, ihr Mönche.
Drei Arten der Bewährung (sampadā) gibt es, ihr Mönche. Welche drei?
- Die Bewährung in der Sittlichkeit,
- die Bewährung in der Gesinnung und
- die Bewährung in der Erkenntnis.
Was aber, ihr Mönche, ist die Bewährung in der Sittlichkeit?
Da steht einer ab vom Töten, Stehlen, Ehebrechen, Lügen, Zutragen, Schimpfen und Schwätzen.
Das, ihr Mönche, gilt als Bewährung in der Sittlichkeit.
Was aber, ihr Mönche, ist die Bewährung in der Gesinnung?
Da ist einer frei von Habsucht und ist frei von gehässiger Gesinnung.
Das, ihr Mönche, gilt als Bewährung in der Gesinnung.
Was aber, ihr Mönche, ist die Bewährung in der Erkenntnis?
Da besitzt einer die rechte Erkenntnis, die richtige Einsicht: ‚Das Spenden, das Almosen- und Opfergeben ist nicht zwecklos. Es gibt eine Frucht, ein Ergebnis guter und schlechter Handlungen. Diese Welt ist eine Tatsache und die nächste Welt ist eine Tatsache. Es gibt Vater und Mutter; es gibt geistgeborene Wesen. Es gibt in der Welt Asketen und Priester, von rechtem, von vollkommenem Wandel, die diese und die nächste Welt aus eigener Erkenntnis und Erfahrung erklären können.
Das, ihr Mönche, gilt als Bewährung in der Erkenntnis.
Wegen der Bewährung in Sittlichkeit, in Gesinnung oder in Erkenntnis geschieht es ihr Mönche, daß die Wesen bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf eine glückliche Daseinsfährte gelangen, in himmlische Welt.