Aṅguttara Nikāya

Das Dreier-Buch

56. Ursachen der Menschenabnahme

(Fragender:) Ein wohlhabender Brahmane.

„Gehört habe ich, Herr Gotama, daß die alten, ehrwürdigen Brahmanen von einstmals, Lehrer von Lehrergenerationen, derart erzählt haben: ‚Ehedem war diese Welt dicht mit Menschen bevölkert, wie die (überfüllte) Avīci-Hölle, möchte man meinen; und die Dörfer, Ortschaften und Residenzstädte bildeten wahre Hühnersteige.‘ Was ist nun, Herr Gotama, die Ursache, was ist der Grund, daß sich heutzutage ein Schwinden, eine Abnahme der Menschen zeigt; daß die Dörfer keine (rechten) Dörfer mehr sind, die Ortschaften keine Ortschaften, die Städte keine Städte, die Provinzen keine Provinzen?“

„In jetziger Zeit, Brahmane, erfreuen sich die Menschen an gesetzloser Gier, werden von verderbten Lüsten übermannt, sind voller Schlechtigkeit. Derart an gesetzloser Gier erfreut, von verderbten Lüsten übermannt und voller Schlechtigkeit, ergreifen sie scharfe Schwerter und bringen einander ums Leben. Dadurch fallen viele Wesen dem Tode anheim. Dies, Brahmane, ist eine Ursache, dies ist ein Grund, daß sich da heutzutage ein Schwinden, eine Abnahme der Menschen zeigt; daß die Dörfer keine (rechten) Dörfer mehr sind, die Ortschaften keine Ortschaften, die Städte keine Städte und die Provinzen keine Provinzen.

Ferner noch, Brahmane: weil heutzutage die Menschen an gesetzloser Gier erfreut sind, von verderbten Lüsten übermannt und voller Schlechtigkeit, daher spendet ihnen der Himmel keinen rechten Regen mehr. Dadurch aber entstehen Hungersnot und Missernte, Mehltau befällt das Getreide und bloß Halme gibt‘s zu mähen. Dadurch fallen viele Menschen dem Tode anheim. Auch dies, Brahmane, ist eine Ursache, auch dies ist ein Grund, daß sich da heutzutage ein Schwinden, eine Abnahme der Menschen zeigt; daß die Dörfer keine (rechten) Dörfer mehr sind, die Ortschaften keine Ortschaften, die Städte keine Städte, die Provinzen keine Provinzen.

Ferner noch, Brahmane: weil heutzutage die Menschen an gesetzloser Gier erfreut sind, von verderbten Lüsten übermannt und voller Schlechtigkeit, deshalb lassen die Dämonen gegen sie Unholde los. Dadurch fallen viele Menschen dem Tode anheim. Auch dies, Brahmane, ist eine Ursache, auch dies ist ein Grund, daß sich heutzutage ein Schwinden, eine Abnahme der Menschen zeigt; daß die Dörfer keine (rechten) Dörfer mehr sind, die Ortschaften keine Ortschaften, die Städte keine Städte und die Provinzen keine Provinzen.“

„Vortrefflich, Herr Gotama! Vortrefflich, Herr Gotama!... Als Anhänger möge mich der Herr Gotama betrachten, als einen, der von heute ab zeitlebens Zuflucht genommen hat.“