Aṅguttara Nikāya

Das Sechser-Buch

52. Die Ziele der Menschen

Der Brahmane Janussoni sprach zum Erhabenen also:

„Worauf wohl, Herr Gotama, ist der Sinn der Adeligen gerichtet, wonach trachten sie, was ist ihre Stütze, was ihr Verlangen und ihr Ziel?“

„Auf Reichtum, Brahmane, ist der Sinn der Adeligen gerichtet, nach Weisheit trachten sie, das Heer ist ihre Stütze, nach Ländern steht ihr Verlangen, die Herrschaft ist ihr Ziel.“

„Worauf aber, Herr Gotama, ist der Sinn der Brahmanen gerichtet, wonach trachten sie, was ist ihre Stütze, was ihr Verlangen und ihr Ziel?“

„Auf Reichtum, Brahmane, ist der Sinn der Brahmanen gerichtet, nach Weisheit trachten sie, die vedischen Sprüche sind ihre Stütze, nach Opfergaben steht ihr Verlangen, die Brahmawelt ist ihr Ziel.“

„Worauf aber, Herr Gotama, ist der Sinn der Hausleute gerichtet, wonach trachten sie, was ist ihre Stütze, was ihr Verlangen und ihr Ziel?“

„Auf Reichtum, Brahmane, ist der Sinn der Hausleute gerichtet, nach Weisheit trachten sie, ihre Berufskenntnisse sind ihre Stütze, nach Arbeit steht ihr Verlangen, vollbrachte Arbeit ist ihr Ziel.“

„Worauf aber, Herr Gotama, ist der Sinn des Weibes gerichtet, wonach trachtet es, was ist seine Stütze, was sein Verlangen und sein Ziel?“

„Auf den Mann, Brahmane, ist der Sinn des Weibes gerichtet, nach Schmuck trachtet es, die Kinder sind seine Stütze; sein Verlangen geht danach, ohne Nebenweib zu bleiben, das Herrschen ist sein Ziel.“

„Worauf aber, Herr Gotama, ist der Sinn der Diebe gerichtet, wonach trachten sie, was ist ihre Stütze, was ihr Verlangen und ihr Ziel?“

„Auf das Stehlen, Brahmane, ist der Sinn der Diebe gerichtet, nach einem Versteck trachten sie, die Waffe ist ihre Stütze, nach Dunkelheit steht ihr Verlangen und nicht entdeckt zu werden ist ihr Ziel.“

„Worauf aber, Herr Gotama, ist der Sinn der Asketen gerichtet, wonach trachten sie, was ist ihre Stütze, was ihr Verlangen und ihr Ziel?“

„Auf Geduld und Milde, Brahmane, ist der Sinn der Asketen gerichtet, nach Weisheit trachten sie, die Sittlichkeit ist ihre Stütze, nach wahrer Armut steht ihr Verlangen, das Nibbāna ist ihr Ziel.“

„Wunderbar, Herr Gotama! Erstaunlich, Herr Gotama! Wahrlich, der Herr Gotama kennt sowohl die Art der Adeligen, wie auch die Art der Brahmanen, der Hausleute, des Weibes, der Diebe und auch der Asketen! Vortrefflich, Herr Gotama! Vortrefflich, Herr Gotama! Möge mich der Herr Gotama als einen Laienjünger betrachten, der von heute ab zeitlebens Zuflucht genommen hat.“