Aṅguttara Nikāya

Das Achter-Buch

49. Visākhā II

Im Ostkloster bei Sāvatthī.... Und der Erhabene sprach zu Visākhā, der Mutter Migāras, also:

„Mit vier Eigenschaften ausgestattet, Visākhā*, erobert sich das Weib diese Welt, gewinnt sie diese Welt. Mit welchen vier Eigenschaften?

  1. Da besorgt das Weib ihre Arbeiten gründlich,
  2. nimmt sich ihrer Dienerschaft an,
  3. erweist sich liebevoll gegen ihren Gatten und
  4. hütet den erworbenen Besitz.

Wie nun besorgt das Weib ihre Arbeiten gründlich? Was es da für den Gatten an häuslichen Arbeiten zu verrichten gibt, wie in Wolle und Baumwolle, darin ist das Weib tüchtig und eifrig und versteht sich auch auf die richtigen Mittel, zu handeln und anzuordnen.

Wie nun nimmt sie sich ihrer Dienerschaft an? Was das Hausgesinde im Hause ihres Gatten anbetrifft, die Knechte, Diener und Arbeiter, so achtet sie darauf, welche Arbeit von ihnen verrichtet wurde und welche noch nicht verrichtet wurde. Sind sie krank, so prüft sie, ob sie ihre Arbeit leisten können oder nicht. Harte und weiche Speisen verabreicht sie ihnen in gebührendem Maße.

Wie nun erweist sie sich liebevoll gegen ihren Gatten? Was da dem Gatten unangenehm ist, solches tut das Weib nicht für ihr Leben.

Wie nun hütet sie den erworbenen Besitz? Was da der Gatte an Wertgegenständen, an Getreide, Silber und Gold mitbringt, das bewahrt und behütet sie; nicht hintergeht und bestiehlt sie ihn, ist nicht dem Trunke ergeben und richtet ihn nicht zugrunde.

Mit diesen vier Eigenschaften ausgestattet, Visākhā, erobert sich das Weib diese Welt, gewinnt sie diese Welt.

„Mit vier Eigenschaften aber ausgestattet, Visākhā, erobert sich das Weib die nächste Welt, gewinnt sie die nächste Welt. Mit welchen vier Eigenschaften?

Da besitzt das Weib

  1. Vertrauen,
  2. Sittlichkeit,
  3. Freigebigkeit und
  4. Weisheit.

Wie nun besitzt das Weib Vertrauen. Sie ist vertrauensvoll und glaubt an die Erleuchtung des Vollendeten, so nämlich: ‚Dieser Erhabene, wahrlich, ist ein Heiliger, vollkommen Erleuchteter, der im Wissen und Wandel Bewährte, der Gesegnete, der Kenner der Welt, der unübertreffliche Lenker führungsbedürftiger Menschen, der Meister der Götter und Menschen, der Erleuchtete, der Erhabene.‘

Wie nun besitzt das Weib Sittlichkeit? Da enthält sich das Weib des Tötens, des Nehmens von Nichtgegebenem, des Ehebruchs, des Lügens und des Genusses berauschender Getränke.

Wie nun besitzt das Weib Freigebigkeit? Da ist das Weib freigebig, gibt mit offenen Händen, das Geben macht sie froh; den Bedürftigen ist sie zugetan und sie findet Freude am Austeilen von Almosen.

Wie nun besitzt das Weib Weisheit? Da ist das Weib weise, ist ausgerüstet mit jener Weisheit, die das Entstehen und Vergehen begreift, der edlen, durchdringenden, zu völliger Leidensvernichtung führenden.

Mit diesen vier Dingen ausgerüstet, Visākhā, erobert sich das Weib die nächste Welt, gewinnt sie die nächste Welt.“

Des Hauses Arbeit tut sie recht,
nimmt ihrer Dienerschaft sich an,
begegnet liebevoll dem Mann
und hütet seine Schätze wohl.

Vertrauensvoll und sittenrein,
voll Milde, frei von jedem Geiz,
bereitet sie den Pfad stets vor
zum Heil in einer anderen Welt.

Das Weib, das diese Dinge acht
als Eigenschaften in sich hegt,
bezeichnet man als sittenrein,
als tugendstark und wahrheitsfest.

Die sechzehn Dinge eigen nennt
und achtfach wohl gerüstet ist,
solch sittenreine Jüngerin
erscheint in einer Himmelswelt,
die als die Liebliche man kennt.