Aṅguttara Nikāya

Das Zweier-Buch

62. Das Zusammenleben

„Das Zusammenleben der Schlechten will ich euch weisen, ihr Mönche, und das Zusammenleben der Guten. So höret denn und achtet wohl auf meine Worte!“—„Ja, o Herr!“ erwiderten die Mönche dem Erhabenen. Und der Erhabene sprach:

„Welcherart nun, ihr Mönche, ist das Zusammenleben der Schlechten? Wie leben die Schlechten zusammen?

Da denkt ein älterer Mönch: ‚Möchte doch der ältere, mittlere oder jüngere Mönch mich nicht zur Rede stellen, so möchte auch ich dem älteren, mittleren oder jüngeren Mönch nichts sagen! Sollte mir aber der ältere, mittlere oder jüngere Mönch etwas sagen, mit der Absicht, mir zu schaden, nicht mit der Absicht, mir zu nützen, so würde ich ihm widersprechen, ihm Verdruß bereiten, und selbst wenn ich es einsehe, ihm nicht zustimmen.‘

Auch der mittlere Mönch—auch der jüngere Mönch denkt: ‚Möchte doch der ältere, mittlere oder jüngere Mönch mich nicht zur Rede stellen, so möchte auch ich dem älteren, mittleren oder jüngeren Mönch nichts sagen! Sollte mir aber der ältere, mittlere oder jüngere Mönch etwas sagen, mit der Absicht, mir zu schaden, nicht mit der Absicht, mir zu nützen, so würde ich ihm widersprechen, ihm Verdruß bereiten, und selbst wenn ich es einsehe, ihm nicht zustimmen.‘

Solcherart ist das Zusammenleben der Schlechten. So leben die Schlechten zusammen.

Welcherart aber, ihr Mönche, ist das Zusammenleben der Guten? Wie leben die Guten zusammen?

Da, ihr Mönche, denkt ein älterer Mönch—denkt auch ein mittlerer Mönch—denkt auch ein jüngerer Mönch: ‚Möchte mich doch der ältere, mittlere oder jüngere Mönch zurechtweisen, so möchte auch ich mich mit ihm aussprechen. Sollte mir aber der ältere, mittlere oder jüngere Mönch etwas sagen, mit der Absicht, mir zu nützen, nicht mit der Absicht, mir zu schaden, so würde ich ihm zustimmen, ihm keinen Verdruß bereiten, und wenn ich es einsehe, ihm folgen.‘

Solcherart, ihr Mönche, ist das Zusammenleben der Guten. So leben die Guten zusammen.“