Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 1
7.2.9. Die Krähe
„Zwei Eigenschaften der Krähe, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welche sind diese?“
„Gleichwie, o König, die Krähe voll Besorgnis und Argwohn, behutsam und bedächtig umher hüpft: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, voll Besorgnis und Argwohn, behutsam und bedächtig leben, der Achtsamkeit gewärtig, sinnenbewacht. Das, o König, ist die eine Eigenschaft der Krähe, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, die Krähe jede entdeckte Speise, bevor sie davon frisst, mit ihren Angehörigen teilt: so auch soll von den rechtmäßigen, rechtmäßig erlangten Gaben, selbst von dem Inhalt der Almosenschale der Kämpfer, der Kampfbeflissene, nichts verzehren, bevor er nicht mit den sittenreinen Ordensbrüdern geteilt hat. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft der Krähe, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Sāriputta, der Feldherr des Gesetzes, hat gesagt:
Wenn einer mich, den Mönch beschenkt,
so teil' mit allen Mönchen ich
Die Speise, die zuteil mir ward,
Bevor ich selber greife zu.“