Aṅguttara Nikāya

Das Zehner-Buch

83. Die Lehrdarlegung des Vollendeten

Der ehrwürdige Punniya sprach zum Erhabenen:

„Was ist wohl, o Herr, der Grund, was ist die Ursache, daß es dem Vollendeten das eine Mal gefällt, die Lehre darzulegen, das andere Mal aber nicht?“

—„Hat da, Punniya, ein Mönch Vertrauen, kommt aber nicht heran, so legt eben der Vollendete nicht die Lehre dar; hat er aber Vertrauen und kommt heran, so legt der Vollendete die Lehre dar.

„Hat da, Punniya, ein Mönch Vertrauen und kommt heran, setzt sich aber nicht hin—oder er setzt sich hin, stellt aber keine Fragen—oder er stellt Fragen, leiht aber der Lehre kein Gehör—oder er leiht der Lehre Gehör, bewahrt aber nicht die vernommenen Lehren im Gedächtnis—oder er bewahrt sie im Gedächtnis, erforscht aber nicht ihren Sinn—oder er erforscht ihren Sinn, doch, obwohl er die Lehre und ihren Sinn kennt, lebt er nicht der Lehre gemäß—oder er lebt wohl der Lehre gemäß, ist aber kein guter Sprecher, kein guter Redner, seine Rede ist nicht gefällig und fließend, nicht fehlerlos in der Aussprache und nicht verständlich im Sinn—oder er ist wohl ein guter Sprecher und Redner, doch er läßt seinen Ordensbrüdern keine Unterweisung, Ermahnung, Ermunterung und Anregung zuteil werden—in diesen Fällen gefällt es dem Vollendeten eben nicht, die Lehre vorzutragen.

Hat aber, Punniya, der Mönch Vertrauen, kommt heran, setzt sich hin, stellt Fragen, leiht der Lehre Gehör, bewahrt die vernommenen Lehren im Gedächtnis, erforscht ihren Sinn, lebt der Lehre gemäß, ist ein guter Sprecher und Redner und gibt seinen Ordensbrüdern Unterweisung, Ermahnung, Ermunterung und Anregung—dann gefällt es dem Vollendeten, die Lehre vorzutragen.

Wenn diese zehn Fälle zutreffen, o Punniya, da gefällt es ganz gewiß dem Vollendeten, die Lehre vorzutragen.“