Aṅguttara Nikāya

Das Einer-Buch

268–295. Unmögliches und Mögliches

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, ihr Mönche, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch irgendein Gebilde für unvergänglich halten sollte. Solche Möglichkeit besteht nicht. Wohl aber ist es möglich, daß ein Weltling irgendein Gebilde für unvergänglich hält.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch irgendein Gebilde für glückbringend halten sollte. Solche Möglichkeit besteht nicht. Wohl aber ist es möglich, daß ein Weltling irgendein Gebilde für glückbringend hält.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch irgend etwas für ein Selbst halten sollte. Solche Möglichkeit besteht nicht. Wohl aber ist es möglich, daß ein Weltling irgend etwas für ein Selbst hält.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch

  • seine Mutter des Lebens berauben sollte...
  • seinen Vater des Lebens berauben sollte...
  • einen Heiligen des Lebens berauben sollte...
  • verderbten Herzens das Blut des Vollendeten vergießen sollte...
  • die Mönchsgemeinde spalten sollte.

Solche Möglichkeit besteht nicht. Wohl aber ist es möglich, daß ein Weltling... die Mönchsgemeinde spaltet.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch sich einen anderen Meister (als den Buddha) erwählen sollte. Solche Möglichkeit besteht nicht. Wohl aber ist es möglich, daß ein Weltling sich einen anderen Meister erwählt.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß im selben Weltsystem, zur gleichen Zeit zwei Heilige und Vollkommen Erwachte (d.i. zwei Buddhas)—zwei Weltherrscher (cakkavatti) erstehen sollten. Wohl aber ist es möglich, daß im selben Weltsystem ein einziger Heiliger und Vollkommen Erwachter—ein einziger Weltherrscher entsteht.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß ein Weib

  • ein Heiliger und Vollkommen Erwachter wird
  • ein Weltherrscher wird
  • die Herrschaft über die (Dreiunddreißig) Götter,
  • über die Mara-Wesen oder
  • Brahma-Wesen ausübt.

Wohl aber ist es möglich, daß ein männliches Wesen ein Heiliger und Vollkommen Erwachter oder ein Weltherrscher wird, oder die Herrschaft über die (Dreiunddreißig) Götter, über die Māra-Wesen oder Brahma-Wesen ausübt.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß einem, der in Werken, Worten und Gedanken schlecht wandelt, eine erwünschte, erfreuliche, angenehme Frucht dieses Wirkens zuteil wird. Wohl aber ist es möglich, daß ihm eine unerwünschte, unangenehme, unerfreuliche Frucht dieses Wirkens zuteil wird.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß einem, der in Werken, Worten und Gedanken recht wandelt, eine unerwünschte, unerfreuliche, unangenehme Frucht dieses Wirkens zuteil wird. Wohl aber ist es möglich, daß ihm eine erwünschte, erfreuliche, angenehme Frucht zuteil wird. Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß einer, der in Werken, Worten und Gedanken schlecht wandelt, demzufolge und dadurch bedingt beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode auf eine glückliche Daseinsfährte, in himmlische Welt gelangt. Wohl aber ist es möglich, daß er in eine niedere Welt gelangt, auf eine Leidensfährte, in die Daseinsabgründe, in eine Hölle.

Unmöglich ist es, und es kann nicht sein, daß einer, der in Werken, Worten und Gedanken recht wandelt, demzufolge und dadurch bedingt beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode in eine niedere Welt gelangt, auf eine Leidensfährte, in die Daseinsabgründe, in eine Hölle. Wohl aber ist es möglich, daß er auf eine glückliche Fährte, in himmlische Welt gelangt.