Aṅguttara Nikāya

Das Elfer-Buch

14. Die Merkmale des Vertrauens

Der ehrwürdige Subhūti begab sich zusammen mit dem Mönche Saddha zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Als er sich gesetzt hatte, sprach der Erhabene zum ehrwürdigen Subhūti also:

„Wer ist dieser Mönch, Subhūti?“

„Saddha heißt dieser Mönch, o Herr; er ist des Laienjüngers Sudatta Sohn, der aus Vertrauen von Hause in die Hauslosigkeit gezogen ist.“

„Sage, Subhūti, kann man wohl den Mönch Saddha, des Laienjüngers Sudatta Sohn, der aus Vertrauen aus dem Hause in die Hauslosigkeit zog, an den Merkmalen des Vertrauens erkennen?“

„So ist es denn an der Zeit, Erhabener, so ist es denn an der Zeit, Gesegneter, daß der Erhabene die bei einem Vertrauensvollen vorhandenen Merkmale des Vertrauens darlege; denn dann werde ich wissen, ob dieser Mönch an den Merkmalen des Vertrauens erkannt werden kann oder nicht.“

„So höre denn, Subhūti, und achte wohl auf meine Worte!“—„Ja, o Herr“, erwiderte der ehrwürdige Subhūti dem Erhabenen. Und der Erhabene sprach:

„Da, Subhūti, ist der Mönch sittenrein; er befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen in Wandel und Umgang, und, vor dem kleinsten Vergehen zurückschreckend, schult er sich in den Ordensregeln, die er auf sich genommen. Das, Subhūti, ist ein Merkmal des Vertrauens.

Ferner, Subhūti, ist der Mönch wissensreich... hat einen edlen Freund... ist der Belehrung zugänglich... ist tüchtig und eifrig in all den großen und kleinen Pflichten gegen seine Ordensbrüder... er hat Liebe für die Lehre... er setzt seine Willenskraft ein...(der vollständige Text für diese sechs Merkmale findet sich in AN 10.18). Auch das, Subhūti, ist ein Merkmal des Vertrauens.

Ferner, Subhūti, wird der Mönch nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit, der vier Vertiefungen teilhaftig, der erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden. Auch das, Subhūti, ist ein Merkmal des Vertrauens.

Ferner, Subhūti, erinnert sich der Mönch mancher früheren Daseinsform... Auch das, Subhūti, ist ein Merkmal des Vertrauens.

Ferner, Subhūti, erkennt ter Mönch mit dem Himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, wie die Wesen abscheiden und wiedererscheinen. Auch das, Subhūti, ist ein Merkmal des Vertrauens.

Ferner, Subhūti, hat der Mönch durch Versiegung der Triebe schon bei Lebzeiten die triebfreie Gemütserlösung und Weisheitserlösung erreicht, sie selber erkennend und verwirklichend. Auch das, Subhūti, ist ein Merkmal des Vertrauens.“

Auf diese Worte sprach der ehrwürdige Subhūti zum Erhabenen also:

„Diese vom Erhabenen genannten Merkmale des Vertrauens, o Herr, sie finden sich bei diesem Mönche; und dieser Mönch kann an ihnen erkannt werden. Denn dieser Mönch, o Herr, ist sittenrein... und schon bei Lebzeiten hat er die triebfreie Gemütserlösung und Weisheitserlösung erreicht, sie selber erkennend und verwirklichend.“

„„Gut, gut, Subhūti! So magst du denn mit diesem Mönche Saddha zusammenleben; und wenn du den Vollendeten zu besuchen wünschst, so magst du mit diesem vertrauensvollen Mönche zusammen kommen.“