Aṅguttara Nikāya

Das Zweier-Buch

47. Die durch schöne Worte beeinflußte und die an Gegenfrage gewöhnte Versammlung

Zwei Versammlungen gibt es, ihr Mönche. Welche zwei?

  • Die durch schöne Worte beeinflußte, nicht an Gegenfrage gewöhnte Versammlung, und
  • die an Gegenfrage gewöhnte, nicht durch schöne Worte beeinflußte Versammlung.

Welches aber ist die durch schöne Worte beeinflußte, nicht an Gegenfrage gewöhnte Versammlung?

Werden da, ihr Mönche, jene vom Vollendeten verkündeten Lehrtexte vorgetragen, jene tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen, die von der Leerheit handeln, so haben die Mönche nicht den Wunsch, sie zu hören, schenken ihnen kein Gehör, öffnen sich nicht ihrem Verständnis und halten es nicht für nötig, jene Lehren zu lernen und sich anzueignen. Werden jedoch jene von Dichtern verfaßten Texte vorgetragen, poetische Werke mit schönen Worten, schönen Phrasen, die (der Lehre) fremd sind, verbreitet von den Anhängern (jener Außenseiter), so hören sie gerne zu, öffnen sich ihrem Verständnis und halten es für nötig, jene Texte zu lernen und sich anzueignen. Selbst wenn sie sich (auch die echte) Lehre aneignen, so befragen sie sich nicht gegenseitig, noch forschen sie nach, wie sich dieses oder jenes verhalte, welchen Sinn dieses oder jenes habe. Sie erschließen nicht das Unerschlossene, klären nicht das ungeklärte, lösen nicht ihre Zweifel bei den mannigfachen zweifelhaften Dingen. Dies, ihr Mönche, ist die durch schöne Worte beeinflußte und nicht an Gegenfrage gewöhnte Versammlung.

Welches aber, ihr Mönche, ist die an Gegenfrage gewöhnte, nicht durch schöne Worte beeinflusste Versammlung?

Werden da jene von Dichtern verfaßten Texte vorgetragen, poetische Werke mit schönen Worten, schönen Phrasen, die (der Lehre) fremd sind, verbreitet von den Anhängern (jener Außenseiter), so haben die Mönche nicht den Wunsch, sie zu hören, leihen ihnen kein Gehör, öffnen sich nicht ihrem Verständnis und halten es nicht für nötig, sie zu lernen und sich anzueignen. Werden dagegen jene vom Vollendeten verkündeten Lehrtexte vorgetragen, jene tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen, die von der Leerheit handeln, so hören diese Mönche gern zu, leihen Gehör, öffnen ihren Geist dem Verständnis und halten es wohl für nötig, jene Lehren zu lernen und sich anzueignen. Haben sie sich nun diese Lehren angeeignet, so befragen sie sich einander und forschen darüber nach, wie dieses oder jenes sich verhalte, welchen Sinn dieses oder jenes habe. Sie erschließen das Unerschlossene, klären das Ungeklärte, lösen ihre Zweifel bei den mannigfachen zweifelhaften Dingen. Dies, ihr Mönche, ist die an Gegenfrage gewöhnte, nicht durch schöne Worte beeinflußte Versammlung.

Diese beiden Versammlungen gibt es, ihr Mönche. Die beste aber ist die an Gegenfrage gewöhnte, nicht durch schöne Worte beeinflußte Versammlung. Die dem weltlichen Vorteil und die der echten Lehre huldigende Versammlung.