Aṅguttara Nikāya

Das Dreier-Buch

33. Frei vom Ichwahn

Es begab sich da der ehrwürdige Sāriputta zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Und der Erhabene sprach zum ehrwürdigen Sāriputta also:

„Mag ich, Sāriputta, die Lehre in Kürze darlegen, oder mag ich die Lehre ausführlich darlegen, oder mag ich die Lehre kurz sowie ausführlich darlegen, Versteher sind schwer zu finden.“

„So ist es an der Zeit, Erhabener, so ist es an der Zeit, Gesegneter, daß der Erhabene die Lehre in Kürze darlege, die Lehre ausführlich darlege, die Lehre kurz sowie ausführlich darlege! Versteher der Lehre werden sich finden!“

„So soll man denn, Sāriputta, sich also üben: ‚Bei diesem Bewußtsein besitzenden Körper wie auch bei allen äußeren Vorstellungen sollen keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufkommen, und jene Gemütserlösung und Weisheitserlösung wollen wir uns zu eigen machen, in deren Besitz verweilend einem keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufsteigen können.‘ So, Sāriputta, habt ihr euch zu üben!

Wenn nun einem Mönch bei diesem Bewußtsein besitzenden Körper wie auch bei allen äußeren Vorstellungen keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufkommen und er im Besitze jener Gemütserlösung und Weisheitserlösung verweilt, wobei dem darin Verweilenden keinerlei Triebe des Ich und Mein, keinerlei Neigungen des Dünkels aufsteigen können—so heißt es von einem solchen Mönch, daß er das Begehren durchschnitten, die Fessel abgestreift und durch völlige Vernichtung des Dünkels dem Leiden ein Ende gemacht hat.

Dies aber, Sāriputta, habe ich mit Beziehung hierauf auf Udayas Frage im ‚Weg zum anderen Ufer‘ erwidert:

‚Überwältigung der beiden:
Sinnenlust und Herzenskummer;
Überwindung geistiger Starrheit,
Abwehr aller Reueskrupel,

In achtsamen Gleichmut gründlich geklärte,
Durch Wahrheitsgedanken weise gelenkte,
Wissenserlösung künde ich euch
Als die Vernichtung des Wahns.‘“