Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
14. Der Gesetzeskönig
„Selbst der Weltherrscher, ihr Mönche, der gerechte Gesetzeskönig, auch er lenkt sein Reich nicht ohne einen Mitherrscher “.
Auf diese Worte sprach einer der Mönche also zum Erhabenen: „Wer aber, o Herr, ist der Mitherrscher des Weltherrschers, des gerechten Gesetzeskönigs?“
„Das Gesetz, o Mönch!“ sprach der Erhabene. „Da, o Mönch, stützt sich der Weltherrscher, der gerechte Gesetzeskönig, eben auf das Gesetz; das Gesetz ehrt er, das Gesetz hält er wert, dem Gesetze huldigt er; und das Gesetz zum Banner, das Gesetz zur Flagge, das Gesetz zum Führer habend, gewährt er gerechten Beistand, Schutz und Schirm seinem Volke: den Adligen und den ihm Ergebenen, seiner Heeresmacht, den Brahmanen und Bürgern, den Stadt- und Landbewohnern, den Asketen und Priestern, den Tieren und Vögeln. Dieser Weltherrscher aber, der gerechte Gesetzeskönig, er lenkt, auf das Gesetz gestützt..., sein Reich, eben mit Hilfe des Gesetzes. Und dieses Reich vermag kein menschliches Geschöpf, kein feindliches Wesen zu stürzen.
Ebenso nun auch, o Mönch, stützt sich der Vollendete, Heilige, vollkommen Erleuchtete, der gerechte Gesetzeskönig, eben auf das Gesetz; das Gesetz ehrt er, das Gesetz hält er wert, dem Gesetz huldigt er; und das Gesetz zum Banner, das Gesetz zur Flagge, das Gesetz zum Führer habend, gewährt er gerechten Beistand, Schutz und Schirm dem Wirken in Taten, Worten und Gedanken, indem er also lehrt: ‚Solches Wirken in Taten, Worten und Gedanken hat man zu üben; solches Wirken in Taten, Worten und Gedanken hat man nicht zu üben!‘ Jener Vollendete aber, der Heilige, vollkommen Erleuchtete, der gerechte Gesetzeskönig, er lenkt, auf das Gesetz gestützt..., das höchste Reich der Wahrheit, eben mit Hilfe des Gesetzes. Und dieses Reich vermag kein Asket oder Priester, kein Himmelswesen, Gott oder Teufel, noch irgendeiner in der Welt zu stürzen.“