Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

50. Die Trübungen

Vier Trübungen der Sonne und des Mondes gibt es, ihr Mönche, durch welche getrübt Sonne und Mond weder leuchten, noch glänzen, noch scheinen. Welches sind diese vier?

Wolken, Nebel, Rauch und Staub, und die Verfinsterungen: dies sind die vier Trübungen, durch welche getrübt Sonne und Mond weder leuchten, noch glänzen, noch scheinen.

Ebenso nun auch, ihr Mönche, gibt es vier Trübungen bei den Asketen und Priestern, durch welche getrübt gewisse Asketen und Priester weder leuchten, noch glänzen, noch scheinen. Welches sind diese vier?

  1. Es gibt, ihr Mönche, gewisse Asketen und Priester, die Wein und berauschende Getränke trinken und sich nicht des Weins und der berauschenden Getränke enthalten. Das, ihr Mönche, ist die erste Trübung bei Asketen und Priestern.
  2. Es gibt gewisse Asketen und Brahmanen, welche dem Geschlechtsverkehr huldigen und sich nicht des Geschlechtsverkehrs enthalten. Das, ihr Mönche, ist die zweite Trübung bei Asketen und Priestern.
  3. Es gibt gewisse Asketen und Priester, welche Gold und Silber annehmen und sich nicht des Annehmens von Gold und Silber enthalten. Das, ihr Mönche, ist die dritte Trübung bei Asketen und Priestern.
  4. Es gibt gewisse Asketen und Priester, die auf unrechte Weise ihr Leben fristen und sich unrechter Lebensweise nicht enthalten. Das, ihr Mönche, ist die vierte Trübung bei Asketen und Priestern.

Diese vier Trübungen, ihr Mönche, gibt es bei Asketen und Priestern, durch welche getrübt gewisse Asketen und Priester weder leuchten noch glänzen noch scheinen.

„Priester gibt es und Asketen,
die von Gier und Haß umfangen.
Diese wahnumhüllten Wesen
nach dem Lieblichen verlangen.

Sie genießen Wein und Branntwein,
frönen dem Geschlechtsverkehr,
und verblendet nehmen diese
Gold und Silber, das man gibt.

Einige Priester und Asketen
fristen unrecht auch ihr Leben.

Der Buddha, er des Lichtes Sproß,
hat dies als Trübungen genannt,
durch welche Trübungen getrübt,
gar mancher Priester und Asket
nicht leuchtet und nicht mehr erglänzt;
und von dem Staub der Welt befleckt,
ein tiergleich niedres Leben führt.

In finsteres Dunkel eingehüllt,
der Gier versklavt, von ihr gelenkt,
vermehren sie die Leichenfelder,
erfahren immer neue Wiederkehr.“