Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

106. Wohlbefinden im Orden II

(Im Ghosita-Kloster bei Kosambi.) Und der ehrwürdige Ānanda sprach zum Erhabenen also:

„Wie, o Herr, mag Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen?“

„Wenn, Ānanda, der Mönch selber Sittlichkeit besitzt und nicht andere wegen hoher Sittlichkeit bekrittelt, insofern, Ānanda, mag Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen.“

„Gibt es aber, o Herr, noch eine andere Weise, bei der Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen mag?“

„Die gibt es, Ānanda. Wenn der Mönch selber Sittlichkeit besitzt und nicht andere wegen hoher Sittlichkeit bekrittelt; wenn er sich selber beobachtet und nicht die anderen—insofern auch, Ānanda, mag Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen.“

„Gibt es aber, o Herr, noch eine andere Weise, bei der Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen mag?“

„Die gibt es, Ānanda. Wenn der Mönch selber Sittlichkeit besitzt und nicht andere wegen hoher Sittlichkeit bekrittelt; wenn er sich selber beobachtet und nicht die anderen; wenn er, insofern er unbekannt ist, sich durch dieses Unbekanntsein nicht beunruhigen läßt—insofern auch, Ānanda, mag Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen.“

„Gibt es aber, o Herr, noch eine andere Weise, bei der Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen mag?“

„Die gibt es, Ānanda. Wenn der Mönch selber Sittlichkeit besitzt und nicht andere wegen hoher Sittlichkeit bekrittelt; wenn er sich selber beobachtet und nicht die anderen; wenn er, insofern er unbekannt ist, sich durch dieses Unbekanntsein nicht beunruhigen läßt; wenn er die vier Vertiefungen, die erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden, nach Wunsch gewinnt, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit—insofern auch, Ānanda, mag Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen.“

„Gibt es aber, o Herr, noch eine andere Weise, bei der Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen mag?“

„Die gibt es, Ānanda. Wenn der Mönch selber Sittlichkeit besitzt und nicht andere wegen hoher Sittlichkeit bekrittelt; wenn er sich selber beobachtet und nicht andere; wenn er, insofern er unbekannt ist, sich durch dieses Unbekanntsein nicht beunruhigen läßt; wenn er die vier Vertiefungen, die erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden, nach Wunsch gewinnt, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit; wenn er, durch Versiegung der Triebe, noch bei Lebzeiten die triebfreie Gemütserlösung und Weisheitserlösung gewinnt, sie selber erkennend und verwirklichend—insofern auch, Ānanda, mag Wohlbefinden im Mönchsorden herrschen. Ein anderes Wohlbefinden aber, Ānanda, das höher und edler wäre als dieses, das, sage ich, gibt es nicht.“