Saṃyutta Nikaya 23

Rādha

1. Māra

So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

„Von Māra spricht man, o Herr. Inwiefern nun, o Herr, (heißt es) Māra?“

„Wenn Körperlichkeit da ist, o Rādha, dann gibt es einen Māra, einen Töter, und auch einen, der stirbt. Daher, o Rādha: Die Körperlichkeit betrachte als den Māra, betrachte sie als einen Töter (māratā), betrachte sie: ‚Man stirbt (durch sie).‘ betrachte sie als Krankheit, als Geschwür, als Stachel, als Übel, als eine Quelle des Übels. Wer sie so betrachtet, betrachtet sie recht.

Wenn Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewußtsein da sind, o Rādha, dann gibt es einen Māra, einen Töter, und auch einen, der stirbt. Daher, o Rādha: Das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein, sie betrachte als den Māra, betrachte sie als einen Töter, betrachte sie: ‚Man stirbt (durch sie).‘ betrachte sie als Krankheit, als Geschwür, als Stachel, als Übel, als eine Quelle des Übels. Wer sie so betrachtet, betrachtet sie recht.“

„Die rechte Betrachtung nun, o Herr, welchen Zweck hat sie?“—„Rechte Betrachtung, o Rādha, hat Abwendung zum Zweck.“

„Welchen Zweck hat Abwendung, o Herr?“—„Abwendung, o Rādha, hat Entsüchtung zum Zweck.“

„Welchen Zweck nun hat Entsüchtung, o Herr?“—„Entsüchtung, o Rādha, hat Befreiung zum Zweck.“

„Welchen Zweck hat nun Befreiung, o Herr?“—„Befreiung, o Rādha, hat Nibbāna zum Zweck.“

„Welchen Zweck hat nun Nibbana, o Herr?“—„Überschritten ist nun das Fragen, o Rādha, nicht kann man den Begriff der Frage fassen. Denn im Nibbāna zu münden, o Rādha, wird der Heilige Wandel gelebt, Nibbāna hat er zum Ziel, Nibbāna zum Ende.“