Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
29. Die Augen
Drei Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen. Welche drei?
- Der Blinde,
- der Einäugige und
- der Zweiäugige.
Welcher Mensch aber gilt als Blinder?
Da fehlt einem Menschen ein solches Auge, das ihn befähigt, noch nicht gewonnenen Reichtum zu gewinnen und gewonnenen Reichtum zu mehren. Und es fehlt ihm auch ein solches Auge, das ihn befähigt, das Heilsame und Unheilsame zu erkennen, das Verwerfliche und das Untadelige, das Gemeine und das Edle sowie die Dinge mit Licht- und Schattenseiten. Diesen Menschen bezeichnet man als einen Blinden. Welcher Mensch aber gilt als Einäugiger? Da besitzt ein Mensch ein solches Auge, das ihn befähigt, noch nicht gewonnenen Reichtum zu gewinnen und gewonnenen Reichtum zu mehren. Aber es fehlt ihm ein solches Auge, das ihn befähigt, das Heilsame und Unheilsame zu erkennen, das Verwerfliche und das Untadelige, das Gemeine und das Edle sowie die Dinge mit Licht- und Schattenseiten. Diesen Menschen bezeichnet man als einen Einäugigen.
Welcher Mensch aber gilt als Zweiäugiger?
Da besitzt ein Mensch ein solches Auge, das ihn befähigt, noch nicht gewonnenen Reichtum zu gewinnen und gewonnenen Reichtum zu mehren. Und er besitzt auch ein solches Auge, das ihn befähigt, das Heilsame und Unheilsame zu erkennen, das Verwerfliche und das Untadelige, das Gemeine und das Edle sowie die Dinge mit Licht- und Schattenseiten. Diesen Menschen bezeichnet man als einen Zweiäugigen.
„Zum Leben hat er nicht genug:
und gute Werke tut er nicht:
so leidet beiderseits Verlust
der blinde, augenlose Mensch.Einäugig nennt man folgenden:
Auf schlechte und auf rechte Weise
sucht stets er nur nach ird‘schem Gut.Durch Diebstahl und Betrügerei,
wie auch durch lügenhaftes Wort
weiß er Besitz sich anzuhäufen,
solch sinnlich-schwelgerischer Mensch.
Er geht den Leidensweg hinab
zur Hölle, zu der Hölle Qual.Doch wer mit beiden Augen sieht,
ist Bester unter diesen dreien.
Durch Fleiß und redliches Bemühn
kommt er zu Wohlstand, Hab und Gut.Und weil er reinen Sinnes ist,
gibt Gaben er mit offener Hand.
Er geht zu einer höheren Welt,
wo keine Sorge ihn bedrückt.Den Einäugigen und den Blinden
mögt fliehen ihr von Ferne schon.
Dem Zweiäugigen aber dienet,
dem besten unter diesen drei‘n.“