Aṅguttara Nikāya
Das Vierer-Buch
171. Das Wirken
Ist, ihr Mönche, der Körper da, o erwächst einem infolge der Willensäußerung in körperlichen Werken Wohl oder Wehe. Ist, ihr Mönche, die Sprache da, so erwächst einem infolge der Willensäußerung in Worten Wohl oder Wehe. Ist, ihr Mönche, der Geist da, so erwächst einem infolge der Willensäußerung in Gedanken Wohl oder Wehe. (Und dies alles ist) eben durch Nichtwissen bedingt.
Aus eigenem Antrieb, ihr Mönche, begeht man jene Willenshandlung in Werken, Worten oder Gedanken, aus der einem Wohl oder Wehe erwächst; oder andere veranlassen einen zu jener Willenshandlung in Werken, Worten oder Gedanken, aus der einem Wohl oder Wehe erwächst.
Klar bewusst, ihr Mönche, begeht man jene Willenshandlung in Werken, Worten oder Gedanken, aus der einem Wohl oder Wehe erwächst; oder nicht klar bewusst begeht man jene Willenshandlung in Werken, Worten oder Gedanken, aus der einem Wohl oder Wehe erwächst.
(Allen) diesen Dingen aber, ihr Mönche, liegt Nichtwissen zugrunde. Nach der restlosen Aufhebung und Erlöschung des Nichtwissens aber gibt es nicht mehr jenen Körper, jene Sprache und jenen Geist, wodurch bedingt einem jenes Wohl oder Wehe erwächst. Kein Boden ist mehr da, keine Grundlage, kein Werkzeug, keine Beziehung, wodurch bedingt einem jenes Wohl oder Wehe erwächst.
„Vier Daseinsformen gibt es, ihr Mönche. Welche vier?
- Es gibt, ihr Mönche, eine Daseinsform, in der der eigene Wille entscheidet, nicht aber der fremde;
- es gibt eine Daseinsform, in der der fremde Wille entscheidet, nicht aber der eigene;
- es gibt eine Daseinsform, in der sowohl der eigene, als auch der fremde Wille entscheidet;
- es gibt eine Daseinsform, in der weder der eigene noch der fremde Wille entscheidet.“
Auf diese Worte nun sprach der ehrwürdige Sāriputta zum Erhabenen also:
„Den Sinn, o Herr, des vom Erhabenen in Kürze Gewiesenen verstehe ich ausführlich also:
In jener Daseinsform, o Herr, in der der eigene Wille entscheidet, nicht der fremde, dort scheiden infolge des eigenen Willens die Wesen aus der Welt.
In jenem Dasein, o Herr, in dem der fremde Wille entscheidet, nicht der eigene, dort scheiden infolge des fremden Willens die Wesen aus der Welt.
In jener Daseinsform, o Herr, in der sowohl der eigene als auch der fremde Wille entscheidet, dort scheiden die Wesen aus der Welt sowohl infolge des eigenen Willens als auch infolge fremden Willens.
Unter jener Daseinsform aber, o Herr, in der weder der eigene noch der fremde Wille entscheidet, welche Gottheiten hat man da zu verstehen?“
„Die Gottheiten des Bereichs von Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung, Sāriputta, hat man darunter zu verstehen.“
„Was ist nun wohl, o Herr, die Ursache, was ist der Grund, dass da gewisse Wesen beim Abscheiden aus jener Welt Rückkehrende sind, dass sie zu dieser Welt zurückkehren? Und was, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund, dass da gewisse Wesen beim Abscheiden aus jener Welt keine Rückkehrenden sind, dass sie nicht mehr in diese Welt zurückkehren ?“
„Da ist einer, Sāriputta, unbefreit von den niederen Fesseln und er gewinnt noch bei Lebzeiten den (Meditations-) Bereich von Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung. Daran erfreut er sich nun, hat Verlangen danach, fühlt sich darin glücklich. Dabei verharrend, dahin geneigt, häufig darin verweilend, ohne darin nachzulassen, erscheint er nach dem Tode unter den Gottheiten des Bereichs von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung wieder. Von dort abgeschieden, wird er ein Rückkehrender, kehrt er zurück zu dieser Welt.
Da ist aber einer, Sāriputta, von den niederen Fesseln befreit und er gewinnt noch bei Lebzeiten den (Meditations-) Bereich von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Daran erfreut er sich nun, hat Verlangen danach, fühlt sich darin glücklich. Dabei verharrend, dahin geneigt, häufig darin verweilend, ohne darin nachzulassen, erscheint er nach dem Tode unter den Gottheiten des Bereichs von Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung wieder. Von dort abgeschieden aber, wird er kein Rückkehrender, kehrt er nicht mehr in diese Welt zurück.
Das, o Sāriputta, ist die Ursache, das ist der Grund, dass da gewisse Wesen beim Abscheiden aus jener Welt Rückkehrende sind, dass sie zu dieser Welt zurückkehren. Und das ist die Ursache, das ist der Grund, dass da gewisse Wesen beim Abscheiden aus jener Welt keine Rückkehrende sind, dass sie nicht mehr zu dieser Welt zurückkehren.“