Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

87. Die vier Asketen

Vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen. Welche vier?

  • Der unerschütterliche Asket,
  • der dem roten Lotus gleichende Asket,
  • der dem weißen Lotus gleichende Asket und
  • der unter den Asketen unvergleichliche Asket.

1. Inwiefern aber, ihr Mönche, ist man ein unerschütterlicher Asket ?

Da ist der Mönch ein Schulungstüchtiger, der den Pfad beschritten hat und nach der höchsten Bürdenfreiheit strebt. Gleichwie, ihr Mönche, der älteste Sohn eines hauptgesalbten Adelskönigs, der auf die Krönung Anspruch hat, noch nicht gekrönt, aber der Krönung sicher ist ; ebenso ist da ein Mönch ein Schulungstüchtiger, der den Pfad beschritten hat und nach der höchsten Bürdenfreiheit strebt. Insofern, ihr Mönche, ist man ein unerschütterlicher Asket.

2. Inwiefern aber ist man ein dem roten Lotus gleichender Asket?

Da erreicht ein Mönch durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Nicht aber hat er leibhaftig die acht Freiungen erreicht. Insofern, ihr Mönche, ist man ein dem roten Lotus gleichender Asket.

3. Inwiefern aber ist man ein dem weißen Lotus gleichender Asket?

Da erreicht ein Mönch durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Und er hat persönlich die acht Freiungen erreicht. Insofern, ihr Mönche, ist man ein dem weißen Lotus gleichender Asket.

4. Inwiefern aber ist man ein unter den Asketen unvergleichlicher Asket ?

Da benutzt der Mönch stets nur auf Bitten die Gewänder, nie aber ungebeten; er genießt nur auf Bitten die Almosenspeise, nie aber ungebeten; er benutzt stets nur auf Bitten eine Lagerstatt, nie aber ungebeten; er benutze stets nur auf Bitten Arzneimittel, nie aber ungebeten. Die Ordensbrüder aber, mit denen er zusammenlebt, erweisen sich ihm in Taten, Worten und Gedanken stets freundlich, nie aber unfreundlich. Sie machen ihm stets nur freundliche Anerbieten, nie aber unfreundliche. Was es aber an Krankheiten gibt, die in der Galle, dem Schleim oder dem Wind ihren Ursprung haben, oder durch deren Verbindung entstehen, oder solche, die durch Luftwechsel, ungeregelte Lebensweise, Verletzungen oder als Karma-Ergebnis entstehen, von solchen Krankheiten bleibt er stets verschont, und nie ist er krank. Die vier Vertiefungen, die erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden, die gewinnt er nach Wunsch, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit. Durch Versiegung der Triebe erreicht er noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Insofern, ihr Mönche, ist man ein unter den Asketen unvergleichlicher Asket. Wollte man einen, ihr Mönche, mit Recht einen unvergleichlichen Asketen nennen, so kann man eben mich, ihr Mönche, einen unvergleichlichen Asketen nennen. Denn ich benutze stets nur auf Bitten die Gewänder, nie aber ungebeten; ich genieße nur auf Bitten die Almosenspeise, nie aber ungebeten; ich benutze stets nur auf Bitten eine Lagerstatt, nie aber ungebeten; ich benutze stets nur auf Bitten Arzneimittel, nie aber ungebeten. Die Ordensbrüder aber, mit denen ich zusammenlebe, erweisen sich mir in Taten, Worten und Gedanken stets freundlich, nie aber unfreundlich. Sie machen mir stets nur freundliche Anerbieten, nie aber unfreundliche. Was es aber an Krankheiten gibt, die in der Galle, dem Schleim oder dem Wind ihren Ursprung haben, oder durch deren Verbindung entstehen, oder solche, die durch Luftwechsel, ungeregelte Lebensweise, Verletzungen oder als Karma-Ergebnis entstehen, von solchen Krankheiten bleibe ich stets verschont und bin nie krank. Die vier Vertiefungen, die erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden, die gewinne ich nach Wunsch, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit. Durch Versiegung der Triebe habe ich noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung erreicht, sie selber erkennend und verwirklichend. Wollte man also einen mit Recht einen unvergleichlichen Asketen nennen, so kann man mich, ihr Mönche, einen unter den Asketen unvergleichlichen Asketen nennen.

Diese vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen.