Aṅguttara Nikāya
Das Vierer-Buch
88. Die vier Grade der Heiligen
Vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen. Welche vier?
Der unerschütterliche Asket, der dem roten Lotus gleichende Asket, der dem weißen Lotus gleichende Asket und der unter den Asketen unvergleichliche Asket.
1. Inwiefern aber, ihr Mönche, ist man ein unerschütterlicher Asket?
Da ist ein Mönch nach dem Schwinden der drei Fesseln in den Strom eingetreten (sotāpanna), ist den Daseinsabgründen entronnen, gesichert, der vollen Erleuchtung gewiß. Insofern ist man ein unerschütterlicher Asket.
2. Inwiefern aber ist man ein dem roten Lotus gleichender Asket?
Nach dem Schwinden der drei Fesseln und nach Abschwächung von Gier, Haß und Verblendung kehrt ein Mönch nur noch einmal wieder (sakadāgāmi). Und nur noch einmal zu dieser Welt zurückkehrend, macht er dem Leiden ein Ende. Insofern ist man ein dem roten Lotus gleichender Asket.
3. Inwiefern aber ist man ein dem weißen Lotus gleichender Asket?
Da erscheint ein Mönch nach dem Schwinden der fünf niederen Fesseln unter den geistgeborenen Wesen wieder, und dort erlischt er vom Wahn, kehrt nicht mehr zurück von jener Welt (anāgāmi).Insofern ist man ein dem weißen Lotus gleichender Asket.
4. Inwiefern aber ist man ein unter den Asketen unvergleichlicher Asket?
Da erreicht ein Mönch durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Insofern ist man ein unter den Asketen unvergleichlicher Asket.
Diese vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen.