Saṃyutta Nikaya 12
Von den Ursachen
68. Kosambi
Einstmals verweilten der ehrwürdige Musīla und der ehrwürdige Savittha und der ehrwürdige Nārada und der ehrwürdige Ānanda in Kosambī im Ghositārāma.
Da sprach der ehrwürdige Savittha zu dem ehrwürdigen Musīla also:
„Außer dem Glauben, verehrter Musīla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musīla noch die persönliche Erkenntnis: aus der Geburt als Ursache entsteht Alter und Tod?“
„Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus der Geburt als Ursache entstehen Alter und Tod.“
„Außer dem Glauben, verehrter Musīla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musīla noch die persönliche Erkenntnis: aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt—aus dem Erfassen als Ursache entsteht das Werden—aus dem Durst als Ursache entsteht das Erfassen—aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst—aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung—aus den sechs Sinnesbereichen als Ursache entsteht die Berührung—aus Geist und Körper als Ursache entstehen die sechs Sinnesbereiche—aus dem Bewußtsein als Ursache entstehen Geist und Körper—aus den Gestaltungen als Ursache entsteht das Bewußtsein—aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen?“
„Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt usw. (= 4). .. aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen.“
Außer dem Glauben verehrter Musīla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung—besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musīla noch die persönliche Erkenntnis: aus der Aufhebung der Geburt folgt Aufhebung von Alter und Tod?“
„Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die wahre Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus der Aufhebung der Geburt folgt Aufhebung von Alter und Tod.“
„Außer dem Glauben, verehrter Musīla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musīla noch die persönliche Erkenntnis: aus der Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt—aus der Aufhebung des Erfassens folgt Aufhebung des Werdens—aus der Aufhebung des Durstes folgt Aufhebung des Erfassens—aus der Aufhebung der Empfindung folgt Aufhebung des Durstes—aus der Aufhebung der Berührung folgt Aufhebung der Empfindung—aus der Aufhebung der sechs Sinnesbereiche folgt Aufhebung der Berührung—aus der Aufhebung von Geist und Körper folgt Aufhebung der sechs Sinnesbereiche—aus der Aufhebung des Bewußtseins folgt Aufhebung von Geist und Körper—aus der Aufhebung der Gestaltungen folgt Aufhebung des Bewußtseins—aus der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen?“
„Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus der Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt usw. usw. (= 17). .. aus der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen.“
„Außer dem Glauben, verehrter Musīla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung—besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musīla noch die persönliche Erkenntnis: Aufhebung des Werdens ist das Nirvana?“
„Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: Aufhebung des Werdens ist das Nirvana.“
„Dann ist also der ehrwürdige Musīla ein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind.“
Auf dieses Wort hin schwieg der ehrwürdige Musīla stille.
Da nun sprach der ehrwürdige Nārada zu dem ehrwürdigen Savittha also: „Gerne möchte ich, verehrter Savittha, diese Frage gestellt bekommen. Frage mich diese Frage, ich werde dir diese Frage beantworten.“
„Es soll der ehrwürdige Nārada diese Frage gestellt bekommen. Ich frage den ehrwürdigen Nārada diese Frage, und es soll mir der ehrwürdige Nārada diese Frage beantworten.“
„Außer dem Glauben, verehrter Nārada, usw. usw.. ..
Es wird nun das ganze Gespräch 2 bis 27 wiederholt mit dem Unterschied, daß der Name des Nārada an Stelle des Namens des Musīla eingesetzt wird.
Aufhebung des Werdens ist das Nirvana.“
„Dann ist also der ehrwürdige Nārada ein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse aufgehoben sind.“
„Aufhebung des Werdens ist das Nirvana: das habe ich ja, Verehrter, der Wirklichkeit gemäß in richtiger Erkenntnis wohl gesehen; aber ich bin kein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind.
Gerade so, Verehrter, wie wenn da am Wege durch eine Wildnis ein Brunnen wäre. Es wäre da aber kein Wasserkrug mit einem Seil. Und es käme da ein Mann herbei, von Hitze gequält, von Hitze erschöpft, ermüdet, lechzend, durstig. Der erblickte den Brunnen, und er wüsste auch es ist Wasser drinnen; aber er vermöchte es doch nicht mit dem Körper zu berühren.
Ganz ebenso, Verehrter, habe ich, daß Aufhebung des Werdens Nirvana ist, der Wirklichkeit gemäß in richtiger Erkenntnis wohl gesehen; aber ich bin kein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind.“
Auf dieses Wort hin sprach der ehrwürdige Ānanda zu dem ehrwürdigen Savittha also: „Wenn du dieser Anschauung bist, verehrter Savittha, was sagst du dann zu dem ehrwürdigen Nārada?“
„Da ich dieser Anschauung bin, verehrter Ānanda, so sage ich zu dem ehrwürdigen Nārada, nichts als nur Schönes, als nur Gutes.“