Sutta Nipāta 2.1

Die Juwelen (Ratana-Sutta)

Die Wesen, welche hier sich eingefunden,
Ob auf der Erde, ob im Himmelsraume wohnend,
All diese Wesen mögen frohen Sinnes sein
Und aufmerksam dem Wort der Lehre lauschen.

Drum höret es, ihr Wesen alle:
Erweist euch gütig dem Geschlecht der Menschen,
Die tags und nachts euch fromme Spende bringen
Ihr mögt sie daher schützen unverbrüchlich!

Was es an Schätzen gibt, hier und im Jenseits,
Welch köstliches Juwel sich auch in Himmeln findet,
Es kann sich keines dem Vollendeten vergleichen!
Dies köstliche Juwel, es leuchtet im Erwachten!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Versiegung und Entsüchtung, Tod-Befreiung kostbar,
Erreicht vom Sakya-Weisen, innerlich gesammelt,
Nicht gibt es etwas solcher Lehre Gleiches!
Dies köstliche Juwel, es leuchtet in der Lehre!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Die als ‚die Lautere‘ gerühmt vom Höchsten Buddha,
Die man als Sammlung mit sofortiger Frucht bezeichnet,
Nicht findet man, was solcher Sammlung gleich ist!
Dies köstliche Juwel, es leuchtet in der Lehre!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Acht hohe Menschen, die gepriesen von den Edlen,
Die auch als vierfach Menschenpaar bekannt,
Sie, Jünger des Vollkommenen, sind der Gaben würdig.
Die Spende, ihnen dargereicht, bringt reiche Frucht.
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Die starken Geistes ganz sich weihten,
Von Lüsten frei, der Satzung Gotamas,
Das Ziel erreichten, in das Todbefreite tauchten,
Genießend die Erlösung, wie umsonst gewonnen,
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Wie in der Erde fest der Stadttor-Pfeiler steht,
Von Winden jeder Richtung unerschüttert,
Als diesem gleich künd' ich den edlen Menschen,
Der vierfach Edle Wahrheit unbeirrbar schaut.
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Die diese Wahrheit, die so gut verkündet,
Mit tiefer Weisheit klar begreifen,
Mag auch sehr langsam sein ihr Fortschritt,
In achtes Dasein gehen sie nicht mehr ein.
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Gemeinsam mit erlangter Einsicht (dassana)
Drei Dinge kommen dann zum Schwinden:
Der Glaube an Persönlichkeit und Zweifel
Und jeder Hang zu Regeln und auch Riten.
Den vierfach niedern Welten (apāya) ist er dann entgangen,
Sechs große Übel (ābhithānāni) zu begehen nicht mehr fähig.
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Und mag er auch noch manchmal sich verfehlen
In Taten, Worten oder auch im Geiste,
Nicht fähig ist er, solches zu verhelen.
Dies ist Unmöglichkeit, so heißt es,
Für einen, der die Hohe Stätte schaut.
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Wie Blütenwipfel in des Waldes Dickicht,
Zur Sommerzeit, im ersten Sommermonat,
Dem gleich wies er zum wahren Heile
Die beste Lehre, zum Nibbāna führend.
Dies köstliche Juwel, es leuchtet im Erwachten!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Als Bester, der das Beste kennt,
Der Bestes gibt, das Beste bringt,
Er, ohne Gleichen, wies die beste Lehre!
Dies köstliche Juwel, es leuchtet im Erwachten!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Zerstört ist Altes und nichts Neues ist im Werden!
Das Herz ist frei von Sucht nach künftigem Dasein;
Die Keime sind zerstört und Wille wächst nicht mehr!
So löschen aus die Weisen dieser Lampe gleich!
Dies köstliche Juwel, es leuchtet uns im Orden!
Durch diese Wahrheit möge Glück entstehen!

Ihr Wesen, die ihr euch hier eingefunden,
Ob auf der Erde, ob im Himmelsraume lebend:
Den als vollendet ehren Götter und die Menschen,
Dem Buddha wollen huldigen wir! Es sei zum Glück!

Ihr Wesen, die ihr hier euch eingefunden,
Ob auf der Erde, ob im Himmelsraume lebend:
Die als vollendet ehren Götter und die Menschen,
Der Lehre wollen huldigen wir! Es sei zum Glück!

Ihr Wesen, die ihr hier euch eingefunden,
Ob auf der Erde, ob im Himmelsraume lebend:
Den als vollendet ehren Götter und die Menschen,
Dem Orden wollen huldigen wir! Es sei zum Glück!