Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
20. Das Gleichnis vom Kaufmann II
Ein Kaufmann, ihr Mönche, bei dem drei Bedingungen anzutreffen sind, erlangt in gar nicht langer Zeit Reichtum und Überfluß an Schätzen. Welche drei Bedingungen? Da besitzt der Kaufmann Scharfblick, ist rührig und findet Hilfe.
Wie aber besitzt der Kaufmann Scharfblick? Da kennt der Kaufmann seine Ware, nämlich: ‚Wenn diese Ware für soviel gekauft und für soviel verkauft wird, so wird soviel Kapital und soviel Gewinn da sein.‘ So besitzt der Kaufmann Scharfblick.
Wie aber ist der Kaufmann rührig? Da versteht sich der Kaufmann auf Einkauf und Verkauf seiner Ware. So ist der Kaufmann rührig.
Wie aber findet der Kaufmann Hilfe? Da wissen reiche, hochbegüterte, hochvermögende Hausleute oder Söhne von Hausleuten von jenem Kaufmann also: ‚Dieser Kaufmann besitzt Scharfblick, ist rührig und ist imstande, Weib und Kind zu ernähren und uns von Zeit zu Zeit Zinsen zu zahlen.‘ Die bieten ihm dann Geld an mit den Worten: ‚Erwirb dir nun, lieber Kaufmann, Besitz, ernähre Weib und Kind und zahle uns von Zeit zu Zeit unsere Zinsen ab!‘ So findet der Kaufmann Hilfe.
Ebenso auch erlangt ein Mönch, bei dem drei Bedingungen anzutreffen sind, in gar nicht langer Zeit Reichtum und Überfluß an guten Eigenschaften. Welche drei Bedingungen? Da besitzt der Mönch Scharfblick, ist rührig und findet Hilfe.
Wie aber besitzt der Mönch Scharfblick? Da erkennt der Mönch der Wirklichkeit gemäß, was Leiden ist; erkennt der Wirklichkeit gemäß, was die Leidens-Entstehung ist; erkennt der Wirklichkeit gemäß, was die Erlöschung des Leidens ist; erkennt der Wirklichkeit gemäß, was der Pfad ist, der zur Erlöschung des Leidens führt. So besitzt der Mönch Scharfblick.
Wie aber ist der Mönch rührig? Da setzt der Mönch seinen Willen daran, die unheilsamen Dinge aufzugeben und die heilsamen Dinge zu erwerben; er ist standhaft, von gestählter Kraft und nicht pflichtvergessen in dem, was heilsam ist. So ist der Mönch rührig.
Wie aber findet der Mönch Hilfe? Was da wissensreiche, mit der Lehre wohlvertraute Mönche sind, Kenner der Lehre, der Ordenszucht und der Leitsätze, zu diesen begibt er sich von Zeit zu Zeit, fragt und erkundigt sich bei ihnen, wie dies oder jenes sich verhalte, wie dies oder jenes zu verstehen sei. Und jene Ehrwürdigen erschließen ihm das Unerschlossene, klären ihm das Ungeklärte und beheben seine Zweifel in mancherlei zweifelhaften Fällen. So findet der Mönch Hilfe.
Ein Mönch, bei dem diese drei Bedingungen anzutreffen sind, der, ihr Mönche, erlangt nach gar nicht langer Zeit Reichtum und Überfluß an guten Eigenschaften.