Theragāthā
Die Lieder der Mönche
Sechser-Bruchstück
6.5. Mālunkyaputto
Dem Menschenwesen, das da lässig lebt,
der Durst wächst wie ein langes Rankenkraut,—
das treibt von einer Welt zur andern hin
und sucht sich Frucht, wie in dem Wald der Affe.Wen dieser üble Durst besiegt,
das feste Haften in der Welt,
dem wachsen alle Sorgen an,
wie aufschießt langes Wiesengras.Wer diesen üblen Durst besiegt,
so schwer zu zwingen in der Welt,
dem fallen alle Sorgen ab,
wie Wasser perlt vom Lotusblatt.Das sag ich euch: zum Glück für euch!
Euch, die ihr hier versammelt seid:
dem Durste grabt die Wurzel aus,
dem Wiesengras geht auf den Grund,
damit nicht, wie der Strom das Schilf,
der Tod euch breche immer wieder.Erfüllt nur stets das Buddhawort!
Die kleinste Zeit verschwendet nicht!
Die rechte Zeit verpaßt, die klagen,
sind ausgeliefert Höllenreich.Trägheit ist Schmutz allüberall,
trägheitsbefallen ist der Schmutz,—
durch Nichtträgheit, durch tiefes Wissen
ziehst du heraus den Pfeil des Selbst!