Sutta Nipāta 2.9

Wie muß ein Mensch sich führen? (Kimsīla-Sutta)

DER FRAGENDE

Wie muß ein Mensch sich führen,
wie sich verhalten und welch' Werke pflegen,
Daß völlige Gewißheit und das höchste Ziel er findet?

DER ERHABENE

Er ehre die Bejahrten und sei ohne Eifersucht.
Er kenne wohl die Zeit, Ehrwürdige zu besuchen.
Wird Lehrgespräch gehalten, schätz' er solchen Augenblick
Und lausche eifrig dann den wohlgesprochenen Worten.

Ehrwürdiger Gegenwart such' er zu rechter Zeit.
Des Starrsinns sich entäußernd, sei er voller Demut.
Das Ziel, die Lehre, Zügelung und Reinheitsleben,—
Dessen gedenkend, richt' er danach seinen Wandel.

In der Lehre beglückt, an der Lehre erfreut,
Fest in der Lehre und der Lehrergründung kundig,
Soll er nicht reden, was nicht würdig ist der Lehre,
Gehaltvoll gute Worte sollen ihn begeistern.

Das Lachen, Schwätzen, Jammern und Sich-Ärgern,
Das Heucheln, Trügen, Gieren und der Dünkel,
Die Heftigkeit und Barschheit, Sittentrübung und Verblendung,—
Dies lassend, leb' er unverblendet, das Herz mit Stetigkeit gerüstet.

Die gute Rede hat als Kern Begreifen,
Das Wissen und Begreifen hat als Kern die Sammlung.
Doch nicht wächst Weisheit und das Wissen,
Wenn hastig ist der Mensch und lässig.

Doch die die Lehre lieben, die der Heiligen Vermächtnis,
Unübertrefflich wird ihr Wort, ihr Denken und ihr Handeln
In Frieden, Sanftmut, Sammlung sind sie tief verwurzelt,
Zum Kern des Wissens und der Weisheit sind sie hingelangt!