Sutta Nipāta 2.8

Das Boot (Nāvā-Sutta)

Durch wen die Lehre man verstehen lernte,
Man möge ihn verehren, wie ein Gott den Indra!
Ein so Verehrter, jenem wohlgesinnt im Herzen,
Wird, wissensreich, die Lehre ihm erklären.

Auf diese lauschend, hingegeben, voller Ernst,
Und lebend, wie der Lehre es entspricht,
Verständig wird er sein, scharfsinnig und gedankentief,
Wer solchem Lehrer unermüdlich sich gesellt.

Doch wenn man minderwertigem Toren dient,
Der nichts vom Sinn versteht und eifersüchtig,
Zum Lehrverständnis wird man da nicht kommen,
Wird sterben, unbefreit von Zweifel.

Wie wenn ein Mann hinabsteigt in den Fluß,
Der, angeschwollen, reißend schnell dahinströmt,
Er wird dann, fortgerissen, mit der Strömung treiben.
Wie könnte andere er hinüberretten?

So auch wird ohne Lehrverständnis bleiben,
Wer nie bei Wissensreichen hat dem Sinn gelauscht.
Wer selber ohne Kenntnis, unbefreit vom Zweifel,
Wie könnte andere er begreifen machen?

Doch wer bestiegen hat ein starkes Boot,
Mit Ruder und mit Steuer wohl versehen,
Der mag mit ihm erretten viele andere,
Ist er erfahren hierin und geschickt, voll Umsicht.

So auch ein Wissensmeister, innerlich gereift,
Der kenntnisreich ist, ohne Wankelmut,
Er, der versteht, mag andere auch begreifen machen,
Die willig hören und die reif sind zu empfangen.

Daher geselle man sich edlem Menschen,
Der einsichtsvoll ist und an Wissen reich.
Den Sinn erfassend und nach ihm auch lebend,
Erfahren in der Lehre, wird man Glück erlangen.